Lymphdrainage

Das Lymphsystem ist ein Gefäßsystem mit verschiedenen Lymphzentren, welche durch die Lymphbahnen verbunden sind. Die darin fließende Lymphe ist klar und zähflüssig und transportiert Nährstoffe zu den einzelnen Zellen und filtert Bakterien und Schadstoffe.

Bei der Lymphdrainage werden Lymphansammlungen in Bewegung gebracht und durch die Lymphzentren gereinigt und mit neuen Nährstoffen angereichert.

Das Lymphsystem arbeitet nach dem "Einbahnstraßen"-Prinzip, da die Lymphgefäße eine Eigenmuskulatur besitzen, die sich erst auf Dehnungsreize aktiviert. Bei Lymphansammlungen kann die Eigenmuskulatur der Gefäße durch Bewegen des Pferdes gestartet werden, oder manuell durch Lymphdrainage des Therapeuten.

Durch Rücklaufsperren in der Eigenmuskulatur wird ein sofortiges Zurückfließen der Lymphe zwar verhindert, aufgrund vermehrter Lymphproduktion oder zu wenig Bewegung kommt es aber meistens nach nicht allzu langer Zeit wieder zu Schwellungen.

 

Der Zweck der Lymphdrainage bei der Pferdephysiotherapie ist einerseits die Verminderung der Schwellung und damit den Abtransport der Schadstoffe, andererseits aber auch die Neuanreicherung der Lymphe mit Nährstoffen, die für den Zellstoffwechsel notwendig sind. Die Einsatzmöglichkeiten für Lymphdrainage sind vielfältig.

Bewährt hat sie sich vor allem bei Pferden, die Boxenruhe halten müssen und deshalb geschwollene Beine haben, oder zu Beginn eines Aufbautrainings nach längerer Stehzeit des Pferdes. In diesem Fall verschafft die Anregung des Zellstoffwechsels dem Pferd Erleichterung beim Training.

Ein weiteres Beispiel ist der Einsatz nach Operationen, bei denen es zu Schwellungen im Bereich der Wunde kommen kann. Gerade bei immer wiederkehrenden Beschwerden ist es sinnvoll, dass auch der Besitzer die Techniken erlernt und so die Therapie unterstützt.